Besuch im SACC, 23. März 2016

SACC_5Wo sind die Kirchen? Diese Frage begleitete unsere Reisegruppe bei den bewegenden Projektbesuchen rund um das Thema Menschenrechte. Sind sie spürbar an der Seite der Armen? Treten sie öffentlich für Gerechtigkeit ein in dem „struggle“ um wirtschaftliche Ungerechtigkeit, Armut und Chancenungleichheit? Am Ende der Reise hilft uns das Gespräch mit dem Südafrikanischen Kirchenrat, diesen Faden aufzunehmen und wahrzunehmen, dass die Kirchen in Südafrika sehr wohl Position beziehen und alle Kräfte mobilisieren, um für eine gerechte Gesellschaft einzutreten. Weiterlesen „Besuch im SACC, 23. März 2016“

Jede Menge Kohle, 22. März 2016

Jede_Menge_Kohle (4)Unter dem Dach und auf Initiative des SACC, des Südafrikanischen Kirchenrates, arbeitet seit 2001 die Bench Marks Foundation. Diese NGO gehört in Südafrika zu den wichtigsten Organisationen, die Menschenrechte im Arbeitsleben, Umweltverschmutzung und soziale Auswirkungen der Wirtschaft beobachten, dokumentieren und in die Öffentlichkeit bringen. Besonders auf den Bereich der Minen hat Bench Marks ihr Augenmerk gerichtet. Weiterlesen „Jede Menge Kohle, 22. März 2016“

Tag der Menschenrechte, 21. März 2016

Radtour_Museum_1Der 21. März ist in Südafrika ein Gedenktag, ein staatlicher Feiertag. Am 21. März 1960 marschierten in Sharpeville 5000 – 7000 Schwarze ohne ihren Pass auf ein Polizeirevier zu, um sich verhaften zu lassen. Mit diesem Akt wollten sie gegen das verhasste Passgesetz demonstrieren, das nur schwarzen und farbigen Menschen galt und somit eine  heftige Diskriminierung und Demütigung war. Die Polizei schoss auf die Demonstranten. 180 Menschen wurden getötet, darunter Kinder. Viele hundert Menschen wurden verletzt. Weiterlesen „Tag der Menschenrechte, 21. März 2016“

Palmsonntag, 19. März 2016

IMG_1459Bei strahlender Sonne versammelt sich eine große Gemeinde in der Mitte des Company’s Gardens zum Gottesdienst am Palmsonntag. Die anglikanischen Pastorinnen und Pastoren sind prächtig gewandet, es gibt einen ebenfalls liturgisch gekleideten Chor, einen Posaunenchor mit Banjo und viele Gottesdienstbesucher. Jede/r erhält ein kleines Kreuz, das aus einem Palmblatt gefaltet ist. Nach Psalm und Lesung und einem gemeinsamen Lied, zieht die große Gemeinde in einer beeindruckenden Prozession durch den Park in die Kathedrale, die Autos und Busse müssen warten. Auch der Kirchenraum ist mit großen Palmzweigen an den Bankreihen geschmückt.

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Besuch auf Robben Island, 18. März 2016

IMG_1444Die Sonne scheint, das Meer sieht ruhig aus, so steht unserer Fahrt nach Robben Island, der Gefängnisinsel auf der Nelson Mandela beinahe 20 Jahre inhaftiert war, nichts entgegen. Einchecken am Nelson-Mandela-Terminal und dann mit dem Schiff etwa 45 Minuten Fahrt zur Insel in der Tafelbucht. Als wir den geschützten Hafen verlassen, schaukelt die Dünung unser Schiff ziemlich hin und her. Wir sind nicht alleine. Mit uns sind sicher 100 Menschen auf der Fähre. Robben Island ist ein Touristen-must-ave. Angekommen wird der Besucherstrom auf 3 Busse verteilt, die zunächst eine Inselrundfahrt antreten. Eine junge Frau bringt uns die Geschichte der Insel näher, zu der gehört z.B. dass hier Leprakranke isoliert wurden, eine Militärbasis stationiert war und natürlich das Gefängnis, das in Apartheidszeiten grausame Berühmtheit erlangte.

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Trauer und Entsetzen über Nachrichten aus Brüssel, 22. März 2016

Kerzen fuer BruesselAuf der Fahrt zu unserem letzten Projektbesuch in Johannesburg erhalten wir die Nachricht per Mobiltelefon Kurznachrichtendienst: Ein Anschlag in Brüssel. Schon wieder wurden Menschen durch Terror getötet. Unschuldig aus ihrem Leben gerissen und dem ihrer Familien und Freunde. Die einzelnen Sätze, die über das Mobiltelefon ankommen, ergeben ein erstes unvollständiges Bild des Entsetzens. Viele Kilometer von Europa entfernt, beten wir für den Frieden und singen im unserem kleinen Reisebus in Solidarität mit allen Opfern und im festen Glauben, dass die Angst und das Böse am Ende nicht bleibt, das Lied, das auch hier in Südafrika den Menschen Widerstandskraft und Hoffnung gegeben hat.

We shall overcome, deep in my heart, I do believe, that we shall overcome some day und we shall live in peace, deep in my heart, I do believe, that we shall live in peace some day.

 

Lavender Hill und ein Besuch in Woodstock, 18. März 2016

New Word FoundationBei dem Namen Lavender Hill denkt man vielleicht als erstes an Lavendelfelder oder einen Buchtitel von Rosamunde Pilcher. Damit hat dieser Stadtteil in Kapstadt allerdings überhaupt nichts zu tun. Auf dieses Stück Land, weit von der Innenstadt Kapstadts entfernt, wurden Menschen ab 1966 zwangsumgesiedelt. Zum Beispiel aus dem District 6. Unwirtliche Blocks, die wie heruntergekommene Kasernen aussehen, sind immer noch das Zuhause der Menschen. Hier lebt seit Jahrzehnten eine farbige Gesellschaft mit großen sozialen Problemen und hoher Arbeitslosigkeit. Lavender Hill zählt zu den gefährlichen Orten, in den Gangs und Drogendealer unterwegs sind, Schiessereien und Überfälle an der Tagesordnung.

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Noch einmal aufs Land, 17. März 2016

IMG_1374Wir fahren drei Stunden Richtung Namibia, um in Citrusdale Farmarbeiter zu treffen, die um ihre Rechte kämpfen. Um Landrechte und um gerechte Arbeitsbedingungen.In dieser Region werden Orangen auf großen Farmen angebaute. Die Organisation SPP unterstützt die Farmarbeiter, seit die Organisation in den 1980er Jahren aus  einem nationalen Forschungsprojekt zur Umsiedlung und Vertreibung von Gemeinden entstanden ist.  SPP (Surplus People Project) unterstützt Kleinbäuerinnen, Farmarbeiter und -bewohner und ländliche Gemeinden bei der Erlangung von Zugangs-und Nutzungsrechten von Land und Wasser, Ernährungssouveränität und nachhaltiger Bewirtschaftung.

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Trauben, Wein und schwere Arbeitsbedingungen, 16. März 2016

IMG_1346Heute geht es aufs Land. Wir starten früh in die Winelands, Richtung Stellenbosch, und sind bei einer NGO mit dem Namen „Women on farm“ angemeldet. Seit 1996 gibt es diese Organisation, die sich besonders um die Rechte der Farmarbeiterinnen kümmert. Die Fahrt in diese Region ist zauberhaft: Berge, große Weinanbauflächen, verschiedene Grüntöne und blauer Himmel. Eine erste Einführung in die Arbeit der NGO haben wir im Büro von Women on Farm: 200.000 Saisonarbeiter sind in der Traubenernte beschäftigt.

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Ein kontrastreicher Tag, 15. März 2016

BischofssitzUm 10 Uhr sind wird beim Erzbischof der Anglikanischen Kirche, Thabo Cecil Makgoba, verabredet. Das Haus, vielmehr der Bischofsitz,  ist ein prächtiges Anwesen in einem ebenso prächtigen Garten. Wir werden freundlich von den Mitarbeitenden des Bischofs begrüßt und treten in einen Raum, in dem rundum die Porträts der Vorgänger Bischöfe hängen. Eine Galerie von weißen Männern, die erst durch Bischof Tutu „Farbe bekommt“. Bischof Thabo Makgoba ist ein freundlich zugewandter Mann mit einem sympathischen Lachen. Nach einer Vorstellungsrunde gibt er uns eine kurze Einführung, was die Themen der Kirche und der Gesellschaft sind.

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